KI soll ein Werkzeug für den Menschen sein und ihn auf keinen Fall ersetzen. Wer’s glaubt wird nicht selig, sondern noch schneller ersetzt.
Diese Behauptung hat sich bei denjenigen etabliert, die sich und ihre Sicht auf eine heile Welt noch irgendwie retten wollen: KI ergänzt den Menschen bei der Arbeit und wird ihn keinesfalls ersetzen. Zu spät. Der Prozess ist in vollem Gange. Menschen werden ersetzt.
Dieses Thema bringt den großen Kampf um die Zukunft, Mensch oder Software, auf Messers Schneide.
Jeder will sich und seinen Job in Sicherheit wissen und tut nach außen so, als gäbe es die Bedrohung gar nicht. Doch er entscheidet das eben nicht. Das entscheiden andere. Und nicht mal die, weil es die gar nicht gibt. Die Entwicklung hat mittlerweile eine Eigendynamik angenommen, die keiner mehr stoppen kann. Die massiven Investitionen in KI-Infrastruktur sind auch nicht mehr zu stoppen. Und daran hängt jede Mikro-Entscheidung.
Kein Problem, wenn jemand unsicher ist, weil niemand weiß, wohin das alles führt. Doch es wird unehrlich, wenn jetzt noch irgendjemand behauptet, dass Menschen nicht ersetzbar sind. Natürlich ist nicht jede Tätigkeit, die ein Mensch ausführen kann, plötzlich obsolet. Und ich will jetzt nicht alle zukunftssicheren Handwerksberufe auflisten und die Unentbehrlichkeit des Menschen beweisen. Aber ich will ein Gefühl dafür entwickeln, wie viele Menschen Arbeit suchen werden, die von der KI doch ersetzt werden.
Und ehrlich gesagt kann ich dir keine Zahl nennen. Ich glaube, das kann keiner. Nicht weil sie geheim wäre, sondern weil keiner sie sehen will.
Denn ich kenne diese Brille von innen. Ich habe jahrelang etwas verkauft, von dem ich nicht sicher war, ob es wirkt. Ein Armband und eine Geschichte, die fast stimmte. Morgens habe ich mir die Brille aufgesetzt, weil sie sich besser anfühlte als die Frage, was ich da eigentlich tue.
Wenn mir heute jemand sagt, KI ergänzt und ersetzt nicht, höre ich denselben Ton. Nicht den eines Lügners. Den eines Menschen, der etwas glauben will, weil das andere zu groß ist. Ich nehme ihm das nicht übel. Ich war derselbe.
Wer die rosa Brille abnimmt, sieht zuerst nichts Schöneres. Er sieht nur, wo er steht. Und das ist mehr, als die meisten gerade haben.