Essays
Die KI-Debatte verspricht Partnerschaft am Anfang und beschreibt Ersetzung am Ende. Der Bruch ist schleichend und unbemerkt.
Lesen →Ein hybrides Modell verschiebt die Frage nur. Dass die Antwort weniger lauten könnte, kommt in der KI-Debatte nicht vor.
Lesen →KI wird als wertvolles Teammitglied beschrieben. Es wird nie müde. Es ist immer verfügbar. Es beschwert sich nicht. Der Satz sagt mehr über uns als über die KI.
Lesen →Ein Freund von mir ist Tontechniker. War Tontechniker. Er hat dreißig Jahre lang Mikrofone aufgestellt, Räume gemessen, Frequenzen gehört, die andere nicht hören.
Lesen →Termine planen, E-Mails beantworten, Berichte erstellen, Kundensupport, Projektmanagement. Ich habe versucht, mir eine Stellenbeschreibung vorzustellen, die nicht auf der Liste steht.
Lesen →Jeder Mitarbeiter kann jetzt eine Art virtuellen Sekretär haben. Der Satz klingt nach Demokratisierung. Nach Fortschritt. Alle bekommen, was vorher nur wenige hatten. Aber niemand redet über Claudia.
Lesen →Der Mensch muss entscheiden, wie weit er der KI vertrauen will. Der Satz klingt selbstverständlich. Aber er verschiebt die Verantwortung still und leise.
Lesen →KI soll den Menschen ergänzen, nicht ersetzen. Den Satz kann jeder mitsprechen. Und dann rutscht jemandem ein Halbsatz raus, der alles verrät.
Lesen →Menschen, die vorher Bestände zählten, sollen jetzt strategische Logistik machen. Das ist kein Upgrade. Das ist ein komplett anderer Job.
Lesen →Ich habe gestern Schuhe gesucht. Nicht auf einer Plattform, nicht mit einer App. Ich habe einem Freund erzählt, dass meine Laufschuhe durch sind. Heute Morgen zeigt mir mein Telefon Laufschuhe.
Lesen →Die KI-Branche fordert Transparenz darüber, wie Inhalte generiert werden. Dieselbe Branche praktiziert sie nicht.
Lesen →'Marketing ohne Kompromisse. KI übernimmt das Kampagnenmanagement.' Zehn Seiten vorher hiess es noch: KI ist Unterstützung, nicht Ersatz. Die Sprache verrät, was die Argumente verbergen.
Lesen →Wenn Mitarbeiter skeptisch gegenüber KI sind, heisst es Status-quo-Bias. Wenn Berater skeptisch sind, heisst es professionelles Urteil. Der Unterschied liegt nicht in der Einschätzung. Er liegt in der Position.
Lesen →Ich hatte einen schlechten Tag. Nichts Besonderes, nichts Dramatisches. Einer dieser Tage, an denen man müde aufwacht und müde bleibt.
Lesen →Die KI-Branche weiss nicht, was die ethische Frage eigentlich ist. Die ehrlichste Form von Unsicherheit in einer Welt voller Gewissheiten.
Lesen →Der Mehrwert zählt mehr als die physische Realität. Der Satz steht überall in der Branche, beiläufig, als wäre er harmlos. Ist er nicht.
Lesen →Drei Absätze über die Vorteile perfekter KI-Influencer. Dann ein Satz darüber, dass Perfektion geringes Selbstwertgefühl fördert. Der Widerspruch steht da, und niemand bemerkt ihn.
Lesen →Perfekte KI-Influencer sollen Vertrauen erzeugen. Aber Perfektion erzeugt kein Vertrauen. Sie erzeugt Distanz.
Lesen →Kunden schätzen Effizienz, erwarten aber das Gefühl individueller Bearbeitung. Die KI-Branche liefert nicht echte Aufmerksamkeit, sondern deren Simulation.
Lesen →Ich stand in einem Laden und hielt ein Produkt in der Hand, das ich nicht brauchte. Ich wusste, dass ich es nicht brauche. Ich habe es trotzdem gekauft.
Lesen →Lea hatte bewusst keine Hintergrundgeschichte. Keine Biografie. Keine Herkunft. Keine Vergangenheit. Sie war universell einsetzbar.
Lesen →Die KI-Branche behandelt moralische Fragen wie Bugs. Etwas, das man identifiziert, dokumentiert und in der nächsten Version behebt.
Lesen →Die KI-Influencerin Lea inszenierte eine Welt, die sowohl idealisiert als auch nah an der Realität war. Der Satz hat mich eine Weile beschäftigt.
Lesen →Es fiel uns manchmal schwer, sie nicht wie eine echte Person zu behandeln. Wir mussten uns immer wieder aktiv daran erinnern, dass Lea keine Persönlichkeit im eigentlichen Sinne hatte. Das schrieben die Erbauer von Lea. Über ihre eigene Schöpfung.
Lesen →Die richtige Frage wird überall gestellt. Die richtige Antwort fehlt überall. Weil die Antwort unbequem wäre.
Lesen →Ich habe letzte Woche einen Text geschrieben. Einen, der nicht funktioniert hat. Ich habe ihn gelöscht und neu angefangen. Dreimal.
Lesen →Ich habe neulich eine KI gefragt, ob ein bestimmtes Geschäftsmodell funktioniert. Sie hat geantwortet. Strukturiert. Mit Argumenten. Pro und Contra.
Lesen →KI wird Co-Creator genannt. Aber ist es kreativ, wenn ein Algorithmus aus Millionen existierender Bilder ein neues kombiniert?
Lesen →Die Argumentation für KI-Influencer geht so: Menschliche Influencer inszenieren sich ohnehin. Sie zeigen ein Leben, das so nicht existiert. Also ist der Schritt zu komplett generierten Influencern nur logisch.
Lesen →Jeder KI-Ratgeber hat einen Ethik-Abschnitt. Keiner führt irgendwohin. Die Spannung wird abgeleitet, bevor sie etwas trifft.
Lesen →Ethik kommt immer am Schluss. Erst die Begeisterung, dann die Effizienz, dann das Geld. Ganz am Ende die Frage, ob das alles richtig ist. Die Reihenfolge sagt mehr als der Inhalt.
Lesen →Es ist immer dasselbe Muster. Ein ethisches Problem wird benannt, regelmässige Audits werden angedeutet, und weiter geht es zum nächsten Verkaufsargument.
Lesen →Alle fordern Transparenz und Erklärbarkeit. Die empfohlenen Tools sind ChatGPT und DALL-E. Niemand weiss, wie GPT-4 zu seinen Antworten kommt.
Lesen →Prescriptive Analytics sagt dir nicht nur, was passieren wird. Sie sagt dir, was du tun sollst. Wenn ihre Empfehlung besser ist als dein Bauchgefühl, wird Widerspruch irrational.
Lesen →KI-Influencer drücken Freude und Mitgefühl aus. So wird es beschrieben. Nicht: Sie simulieren. Sie drücken es aus. Die Sprache hat die Grenze schon verschoben.
Lesen →Effizienz neu definieren. Das sagen alle. Aber was heisst das, wenn niemand mehr beurteilt, ob das Effiziente auch das Richtige ist?
Lesen →Virtual Try-On wird als Werkzeug für Diversität verkauft. Models mit verschiedenen Hautfarben per Rendering. Repräsentation ohne Beteiligung.
Lesen →Ich habe kürzlich versucht, von einem Musikstreaming-Dienst zu einem anderen zu wechseln. Technisch ist das in zehn Minuten erledigt. Praktisch bin ich immer noch beim alten.
Lesen →KI wird als Formulierungshilfe verkauft. Aber die Formulierung ist der Gedanke. Wer beides delegiert, gibt das Denken ab.
Lesen →Ich habe vor ein paar Wochen ein Video gesehen, in dem ein amerikanischer CEO auf Japanisch sprach. Seine Lippen formten die japanischen Wörter. Seine Stimme klang wie seine Stimme.
Lesen →In einer Verhandlung sagte mir jemand: Wir nehmen Datenschutz sehr ernst. Der Satz kam nicht von der Rechtsabteilung. Er kam aus dem Vertrieb.
Lesen →Die Branche preist KI-generierte Texte als qualitativ hochwertig. Aber die Leute, die das empfehlen, schreiben ihre eigenen Sachen von Hand. Der Widerspruch fällt niemandem auf.
Lesen →Die Leute sind satt. Sie lesen die Betreffzeile und löschen. Die Lösung der Branche: noch mehr Content. Nur schneller produziert.
Lesen →Change Management heisst: Wie bringe ich Menschen dazu, etwas zu akzeptieren, das sie nicht wollen. Niemand fragt: Was, wenn die Mitarbeiter recht haben?
Lesen →Ich habe ein Buch über KI im Mittelstand geschrieben. Der Entstehungsprozess hat gezeigt, was die Technologie nicht leisten kann.
Lesen →In der KI-Debatte fällt beiläufig ein Satz, der die Abschaffung menschlicher Arbeit beschreibt. Er steht da wie ein Feature.
Lesen →Kein Firmenname, keine Details, keine Reibung. Die KI-Praxisbeispiele klingen alle gleich: Mittelständler setzt KI ein, alles steigt um 30 Prozent.
Lesen →Kein Firmenname, kein Misserfolg, keine Reibung. Die Praxisbeispiele der KI-Branche sind Templates. Was sagt das über die Beratungsbranche?
Lesen →Fast jeder KI-Ratgeber beginnt mit einer Drohung. Nicht wörtlich. Aber die Struktur ist klar: Wer jetzt nicht handelt, verliert.
Lesen →Daten sammeln ist einfach. Analysieren auch. Aber wer entscheidet, was mit der Analyse passiert? Dieser Schritt fehlt in der KI-Debatte.
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