Wer schreibt hier
Ich schreibe, um mich zu öffnen. Um mein Inneres mir selbst zugänglich zu machen. Hinterher fühle ich mich wie nach Sport, erleichtert und frei. Schreiben ist nicht mein Beruf, es ist mein Denkwerkzeug.
Ich habe Schreibseminare besucht und Schreibmeditationen gemacht. Ich habe gelernt, in einen Kontext zu sinken und ihn zu spüren. Wenn ich schreibe, verarbeite ich. Ich verstehe Dinge, die ich vorher nicht verstanden habe. Nicht weil es schlau klingt, sondern weil der Vorgang des Schreibens etwas auslöst. Mein Inneres freilegt und für mich selbst sichtbar macht.
Ich kann nicht gut lesen. Ich vergesse, was ich lese. Ein Paper, ein Bericht, nach einer Woche ist es weg. Aber ich vergesse nicht, was ich mir durch das Schreiben erarbeitet habe. Schreiben ist für mich Lernen. Nur intensiver, nachhaltiger und es macht mir einfach viel mehr Spass.
Was dabei rauskommt, bleibt so und wird nicht korrigiert. Es gibt Lektorate und Schreibtools, aber das würde den Prozess verfälschen. Der Text ist der Denkvorgang, und was rauskam, kam raus.
Der Zustand
Wenn ich einmal drin bin, kann ich nicht aufhören. Die Sätze kommen, ein Gedanke ergibt den nächsten. Das ist ein Zustand, den viele als Flow beschreiben. Es ist keine Technik, die man ein- und ausschaltet. Sondern man braucht Geduld und Erfahrung. Dann verschmelzen Schreiben und Denken ganz intuitiv.
Dieser Zustand ist empfindlich. Jede Unterbrechung zerstört ihn. Tab wechseln, ein Paper suchen, eine Zahl nachschlagen, zurückkommen. Dann ist er weg und man fängt von vorne an.
Fast zwanzig Jahre bin ich beruflich zwischen USA, Europa und Asien gependelt. Ich habe Märkte analysiert, Trends verfolgt, Vertriebsansätze verglichen. Das meiste davon habe ich dokumentiert. Und über all die Jahre wollte ich darüber schreiben. Aber jedes Mal das gleiche: Ich brauchte eine Zahl, einen Befund, eine Quelle. Also hörte ich auf zu schreiben, suchte, und kam nicht mehr zurück.
Ohne System — Der Zustand bricht ab
Mit System (Ontologie + KI) — Der Zustand bleibt
Ontologie ordnet Wissen so, dass Handlung daraus folgt. Nicht Wissen sammeln um des Sammelns willen, sondern Beziehungen zwischen Dingen sichtbar machen, auf die jemand eine Entscheidung aufbauen kann. KI macht dieses Wissen in Echtzeit zugänglich, ohne den Denkprozess zu unterbrechen.
Was die KI wirklich tut
Seit zwei Jahren nutze ich KI. Hunderte Texte sind so entstanden. Alle sind von mir, aber ohne KI hätte ich viele davon gar nicht erst geschrieben.
Was sich geändert hat: Ich muss den Zustand nicht mehr verlassen. Meine Eindrücke, Analysen und Beobachtungen habe ich über die Jahre in Datenbanken strukturiert. KI hilft mir dabei, diese Daten zu verwalten und zugänglich zu machen. Wenn ich mitten im Gedanken eine Zahl brauche oder einen Befund, dann frage ich. Die Antwort kommt aus meinem eigenen System, passend zum Kontext. Ich schreibe weiter.
Das ist etwas anderes als Googeln. Bei Google verlasse ich den Zustand, durchsuche fremdes Wissen, filtere, komme zurück. Bei meinem System bleibe ich im Fluss. Die Daten sind meine, die Struktur ist meine, und der Abruf versteht den Kontext in dem ich gerade denke.
Die falsche Frage
Gefühlt 99% der Inhalte im Internet sind inzwischen synthetisch. Die Debatte dreht sich darum, wer das alles geschrieben hat. Für mich ist die Frage irrelevant. Mir ist viel wichtiger: Für wen wurde der Inhalt gemacht?
Ich konnte mir die Antwort schnell geben. Denn ich habe erkannt, dass ich für mich selbst schreibe. Für mein Verstehen, mein Lernen, meine Verarbeitung. Ob es für andere Leser genauso wertvoll ist, kann der Leser nur selbst entscheiden. Was die KI dabei tut, ist mir mein eigenes Wissen in genau dem Moment zugänglich zu machen, in dem ich es brauche.
Autorenschaft ist nicht Tippen. Autorenschaft ist Verantwortung für das was gesagt wird. Wer entscheidet was relevant ist, der ist der Autor. Das Werkzeug daneben spielt keine Rolle.
Jeder dieser Texte ist so entstanden. Ich habe geschrieben, die KI hat mich mit meinen eigenen Erfahrungen gefüttert.